Das Marketing der Zukunft

Das Marketing der Zukunft

Wie verändern die Digitalisierung, neue Arbeitswelten und die neue Netzwerkgesellschaft das Marketing? Welche Reaktionen des Marketings sind nötig angesichts der stetig wachsenden Zahl an Kanälen und Touchpoints? Wie lassen sich Customer Journeys optimal gestalten? Welche neuen Kompetenzen sind nötig? Fragen über Fragen, denen sich Marketingfachleute von heute stellen müssen. Dieser Blogartikel soll – basierend auf aktuellen Studien – einen kleinen Überblick geben über die künftigen Herausforderungen für das Marketing und wie sie sich am besten meistern lassen.

 

Status Quo: Die aktuelle Situation des Marketings

 

In vielen Unternehmen herrscht momentan Verunsicherung: Angesichts der zunehmenden Individualisierung der Kommunikation und der Leistungserstellung allgemein stellt sich die Frage, wie sich das Marketing in Zukunft ausrichten muss. Aus meiner Sicht werden insbesondere zwei Gründe sehr häufig in Fachartikeln etc. genannt, wieso das Marketing sich verändern muss, um nicht an Relevanz zu verlieren: Zum einen muss das Marketing – ganz salopp ausgedrückt – die Digitalisierung in den Griff bekommen, und zum anderen sind als Folge der digitalen Transformation auch interne Probleme zu bewältigen. Andere Abteilungen übernehmen zunehmend Marketingaufgaben und wenn das Marketing nicht seine Rolle ein Stück weit neu definiert, wird sein Stellenwert sinken, so die Meinung vieler Fachartikel zu diesem Thema. Wichtig sei dabei vor allem, dass das Marketing nicht auf reine Marketingkommunikation reduziert wird.

 

Vor welchen zentralen Herausforderungen steht das Marketing in Zukunft?

 

Wirft man einen Blick auf aktuelle Studienergebnisse, so gibt es klare Antworten auf diese Frage. So hat etwa der deutsche Marketingverband 2016 für seine Studie „European Marketing 2020“ rund 300 führende Marketingverantwortliche in großen europäischen Unternehmen befragt und dabei folgende fünf Herausforderungen identifiziert:

 

Omnichannel-Management: Den Kunden muss ein reibungsloses Einkaufserlebnis auf allen Kanälen geboten werden – und zwar unabhängig davon, ob sie online, mobile oder stationär unterwegs sind.

 

1. Individuelle Kundenbetreuung: In allen Phasen der Customer Journey gilt es, Kunden möglichst individuell zu beraten.

 

2. Konsistente Kundenerfahrung: Kunden wollen entlang aller Touchpoints die Marke einheitlich erleben – die Marke muss sich „aus einem Guss“ präsentieren.

 

3. IT und digitale Anwendungen: Die Entwicklung schreitet in rasender Geschwindigkeit voran und es gilt, damit Schritt zu halten und in Sachen Technologie stets „up to date“ zu sein.

 

4. Kooperation des Marketings mit anderen Fachabteilungen: Damit die in Punkt 1 bis 3 genannten Herausforderungen auch zu bewältigen sind, gibt es eine wichtige Voraussetzung: Die Fachabteilungen eines Unternehmens müssen künftig enger zusammenarbeiten, so z.B. Marketing, Vertrieb und Kundenservice.

 

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt der „State of Marketing Report 2017“. Er nennt drei zentrale Aufgaben für das Marketing:

1. Vernetzte Customer Journey: Angesichts der hohen Zahl an Kanälen wird es immer wichtiger, Kundendaten effizient zu nutzen, um alle Interaktionspunkte mit der Marke konsistent zu gestalten.

 


2. Organisatorischer Wandel durch die Verschiebung von Prioritäten:
Personalisierte Kundenerfahrungen sind nur dann möglich, wenn die Abteilungen zusammenarbeiten. Insbesondere sog. „High Performance“-Unternehmen aus der Studie geben an, dass ihre Marketingteams eng mit Vertrieb und Service kooperieren.

 


3. Nutzung neuer Marketingtechnologien:
Für eine erfolgreiche Zukunft müssen Unternehmen in neue Technologien investieren, wie z.B. künstliche Intelligenz, um die nächsten Kundenschritte vorherzusagen und um größtmögliche Personalisierung zu schaffen, oder auch smarte Plattformen und Systeme zum Datenmanagement.

 

Prognose: Wohin geht die Reise?


Fasst man die Ergebnisse aktueller Studien zusammen, stehen dem Marketing angesichts der genannten Herausforderungen für die Zukunft große Veränderungen ins Haus:

 

  • Das Arbeitsspektrum des Marketings wird noch vielfältiger und ausdifferenzierter: Es entstehen neue Rollen und Arbeitsbereiche, in denen zum Teil neue Kompetenzen gefragt sind, auf die auch bei der Auswahl von Mitarbeiten gesondert geachtet werden muss. Dazu gehören Vernetzungs- und Technologiekompetenz, geistige Beweglichkeit und Offenheit sowie Effizienzorientierung.

 

  • Ein viel genanntes „Buzzword“ in den Studien ist Total Customer Experience Management. Viele Experten sehen es als Schwerpunkt für die Arbeit in den kommenden Jahren. Um diese gestiegenen Anforderungen nach ganzheitlichen Kundenerlebnissen zu erfüllen, wird ein umfassendes und hochgradig standardisiertes Kundenmanagement über sämtliche Interaktionspunkte hinweg nötig sein.

 

  • Marketer erwartet eine schrittweise Neuorientierung in Marketing und Vertrieb, die enger denn je verzahnt sein müssen: Das neue „Herzstück“ bildet das Management aller verbundenen Prozesse und Kundeninteraktionen. Der Fokus des Marketings wird nicht mehr nur auf kreativer Kundenansprache liegen, sondern muss durch ein systematisches und effizientes Prozessmanagement ergänzt werden.

 

  • Das Marketing der Zukunft arbeitet an Schnittstellen: Die Digitalisierung muss entlang der gesamten Wertschöpfungskette gestaltet werden – für eine verbesserte Kommunikation und Vernetzung muss die große Informationsmenge gebündelt und organisiert werden. Daher wird das Marketing zukünftig für die interne Vernetzungsarbeit zuständig sein und eine wichtige Koordinationsfunktion übernehmen. Marketing im digitalen Zeitalter wird auch bedeuten, die vielfältigen Marketingaktivitäten des Unternehmens abteilungsübergreifend besser zu organisieren.

 

Fazit

 

Eine wichtige Erkenntnis, die auch ganz besonders gut zur Thematik des Blogs passt, ist: Das Marketing der Zukunft muss an vielen Baustellen arbeiten, immer auf dem neuesten Stand sein und sich weiterentwickeln, aber eines wird es ganz sicher nicht tun – und zwar isoliert arbeiten. Ganz im Gegenteil, alle Bereiche des Unternehmens werden stärker zusammenarbeiten müssen und insbesondere Marketing und Vertrieb werden enger zusammenwachsen. Kleiner Tipp: Unbedingt auch mal in den Artikel „Quo Vadis – Vertrieb der Zukunft“ reinschauen – es werden sich viele Parallelen zu diesem Artikel zeigen…

 

Quellen:

https://www.huffingtonpost.com/entry/2017-state-of-marketing-ai-is-highest-tech-investment_us_593eea47e4b014ae8c69e2fd?guccounter=1

Foto: https://unsplash.com/search/photos/working?photo=VEJOYqTQTjs

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