Lasst uns blaue Ozeane erobern!

Lasst uns blaue Ozeane erobern!

Auf einen blauen, einsamen Ozean hinausschwimmen… diese Vorstellung weckt nicht nur unsere Sehnsucht nach dem nächsten Urlaub, sondern kann auch für Unternehmen sehr vielversprechend sein! In meinem heutigen Blogartikel möchte ich kurz und knackig die sogenannte „Blue Ocean“-Strategie zusammenfassen. Zu diesem Thema ist mir kürzlich ein Buch in die Hände gefallen, und ich fand den Ansatz darin so spannend, dass ich einige Gedanken dazu gerne hier teilen möchte.

 

Rote und blaue Ozeane – oder: Raus aus dem Haifischbecken!

 

2005 haben die beiden Wirtschaftsprofessoren Kim & Mauborgne in ihrem Buch, das schnell zum Bestseller wurde, eine sehr einfache Einteilung des Marktuniversums vorgeschlagen: Auf der einen Seite befinden sich die roten Ozeane – dies sind alle bereits existierenden Branchen, also der bekannte Markt – und auf der anderen Seite sind die blauen Ozeane: Dabei handelt es sich um bisher noch nicht erschlossene Märkte, auf denen Nachfrage erst neu erzeugt werden muss. Wer sich in blaue Ozeane wagt, hat die Chance auf höchst profitables Wachstum, denn dort spielt Wettbewerb keine Rolle – die Spielregeln müssen hier erst noch festgelegt werden.

Auf vielen Märkten herrscht großer Wettbewerbsdruck, und es geht stets darum, wie man die Konkurrenz übertrumpfen kann – diese klassischen roten Ozeane werden zwar auch in Zukunft wichtig sein, und Unternehmen werden sich nach wie vor dem Konkurrenzkampf um einen Anteil an schrumpfenden Märkten stellen müssen. Zusätzlich wird es aber immer wichtiger sein, über den Wettbewerb hinauszugehen – und blaue Ozeane gezielt zu suchen und zu erobern. Die große Frage hier ist allerdings: Wie stellt man das an, wenn man nicht gerade in einer Branche unterwegs ist, in der grundsätzlich eine Innovation die nächste jagt?

 

Die „strategische Kontur“: Welche Wettbewerbsfaktoren kann ich verändern?

 

Ein zentraler Baustein zur Eroberung blauer Ozeane ist laut Kim & Mauborgne die sogenannte „strategische Kontur“: Um sich diese zu erarbeiten, müssen Unternehmen analysieren, welche die wichtigsten Wettbewerbsfaktoren in ihrer Branche sind und welche sie davon anbieten. Wer einen blauen Ozean erschließen will, dem muss es gelingen, eine völlig andere Kontur als seine Konkurrenten zu erschaffen. Denn sobald die eigene strategische Kontur mit der der Wettbewerber übereinstimmt bzw. dieser sehr ähnlich ist, befindet man sich in einem roten Ozean.

Nun geht es darum, bestimmte Wettbewerbsfaktoren systematisch zu eliminieren bzw. zu reduzieren oder auch völlig neue Faktoren zu kreieren. Kleines Beispiel aus der Weinbranche: Die Konkurrenz setzt auf eine hohe Komplexität des Weins, eine breite Palette an Weinsorten und hohes Prestige? Dann könnte sich eine „Blue Ocean“-Strategie eher an Billigweinen orientieren und völlig neue Wettbewerbsfaktoren schaffen – wie etwa leichte Trinkbarkeit und einfache Auswahl. So übrigens geschehen bei der US-Weinmarke „Yellow Tail“, die extrem erfolgreich ist.

 

Merkmale erfolgversprechender „Blue Ocean“-Strategien

 

In aller Kürze hier einige wichtige Faktoren, die eine gute „Blue Ocean“-Strategie ausmachen:

  • Der Konkurrenz aus dem Weg gehen durch die Schaffung völlig neuer Märkte
  • Sich eine entstehende Nachfrage erschließen, nicht auf eine bestehende reagieren
  • Nutzen und Kosten voneinander loslösen: Kundennutzen steigern und gleichzeitig Kosten senken
  • Auslöser für strategisches Denken ist nicht der Wettbewerb, sondern der Kunde: Wie kann ein höherer Mehrwert für den Kunden erzielt werden? Welche (neuen) Bedürfnisse könnten angesprochen werden? Welche komplett neuen Kundenzielgruppen können damit evtl. erschlossen werden?

 

Und nun: Rein ins kalte Wasser…

 

Egal ob du selbstständig bist, in einem Unternehmen arbeitest, ob du im B2C- oder im B2B-Bereich zuhause bist: Ich finde, der „Blue Ocean“-Ansatz kann für so gut wie jeden wertvoll sein. Er hilft uns, mal über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und sich zu überlegen, wo noch echter Mehrwert und Nutzen bzw. Innovation für den Kunden geschaffen werden kann. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Entdecken! Und für den Anfang den Schwimmreifen am besten nicht vergessen, denn unbekannte Gewässer können stürmisch sein… 😉

Gewinnbringende Grüße

#derNabicht

 

Lektüre-Tipp für alle, die tiefer in die Thematik einsteigen möchten:

Chan Kim, W. und Renée Mauborgne (2005): Der Blaue Ozean als Strategie. Wie man neue Märkte schafft, wo es keine Konkurrenz gibt. München: Carl Hanser.

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
2 comments on “Lasst uns blaue Ozeane erobern!
  1. Ja, das klingt vernünftig – wobei die Frage natürlich wäre: gibt es rund um jeden roten überhaupt beliebig viele blaue Ozeane?

    • Guten Tag Ritchie,

      wenn ein Unternehmen raus aus der Vergleichbarkeit möchte, raus aus dem Haifischbecken und der Druck immer mehr zunimmt, dann wird es Zeit sich über diese Frage Gedanken zu machen.
      Gerade auch im E-Commerce jagt eine Innovation die nächste und zwangsläufig hast du selbst in einem blauen Ozean, irgendwann zumindest Marktbegleiter. 🙂
      Am Ende gilt, wenn das Angebot vergleichbar ist und alle Verkäufer den selben schlechten Job gemacht haben, dann kauft der Kunde nach dem Preis.
      Es gibt natürlich heute fast nur noch rote Ozeane, oder?

      Auf den ersten Blick mag das stimmen. Aus Kundensicht ist es heute aber immer noch sehr gut möglich die Konturen des Produktes, der Dienstleistung so zu schärfen, dass die entsprechende Kunden-Zielgruppe sich auch bei dir am wohlsten fühlt, sich bei dir wirklich verstanden fühlt und es dir am Ende mit Umsatz dankt.
      Im E-Commerce ist der klassische USP mehr als tot. Für Online-Händler aber auch für stationäre Händler ist das Beratungskonzept bzw. das Kauferlebnis DER neue USP.

      Klasse Kommentar von dir. #Mehr 🙂

      Gewinnbringende Grüße

      #derNabicht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.